Markus Pommer - Formel 2 ist für mich richtig / Alle fighten wie einst Bellof für den Aufstieg

Sein Wochenende begann mit einem herben Rückschlag. Rechtzeitig angereist und ausgeruht setzte sich der einzige Deutsche in der FIA-F2-Meisterschaft-2012 am Freitag zum ersten Training in seinen Williams-Audi-Turbo. Doch ehe der Williams richtig warm war, stand Pommer bereits mit einem Antriebsschaden wieder in der Box. Das 2. freie Training dominierte der 21jährige danach klar. Bestzeit. Dann das Zeittraining. Wieder ein Defekt an der Laderhalterung. Letzter Startplatz für Rennen 1. Als Fünfter rauschte Markus Pommer ins Ziel. „Für mich in der Situation wie ein Sieg“, so der Süddeutsche. Der Start zum 2. Rennen auf der ansteigenden Strecke und trockener Bahn ist in Brands Hatch immer ein Problem. Den Wagen am Rollen hindern und gleichzeitig mit optimalem Grip anfahren erfordert ein ganz besonders Händchen. Pommer kam nicht optimal weg. Der Schweizer Tuscher ging vorbei. Fünf Fahrer lagen als Verfolgerfeld innerhalb von ca. 3 sec. zusammen. In Runde 4 flog der Schweizer Tuscher ab. „Das passierte unmittelbar vor Markus Pommer. Matheo kam hart auf die Innenbegrenzung der Strecke und ging ab. Ich konnte ihm mit viel Glück ausweichen“, so Pommer später.

Markus Pommer in der Formel 2
Foto: FIA F2

Keiner war gewillt über die Distanz auch nur einen Zoll Platz zu lassen. Jede Attacke auf den Vordermann wurde auf der britischen Berg- und Talbahn absolut zum Vabanquespiel. Gleichzeitig Fehler des Vordermannes erkennen und den Verfolger im Auge behalten war in der „kleinen grünen Hölle der Briten“ Pflicht. Markus Pommer war bewusst, hier um jeden einzelnen Meisterschaftspunkt gegen Routiniers zu fighten. „Vor mir wurde wild hin und her gegeigt. Die spätere Überprüfung durch den Veranstalter verlief im Sand“, so Pommer. Durch den Kampf der Fünfergruppe konnten sich Mihai Marinescu (R) und Chrisopher Zanella (CH) vorne leicht absetzen. Markus Pommer gelang die Balance zwischen Angriff und Verteidigung perfekt. Am Ende schoss der Erlenbacher als Gesamtfünfter über den Zielstrich. Winzige 0,8 sec hinter seinem Vordermann und 0,9 sec vor dem Tabellenführer und Lokalmatador Barceta aus London. Seine Förderer Markus Lindenthal und Alexander Altvater waren zufrieden. „Ich konnte meine Tabellenposition verteidigen. Neun Meisterschaftspunkte fehlen mir auf Tabellenrang vier“. Den hält der Schweizer Matheo Tuscher trotz Ausfall zZ. noch. Es sind noch 150 Punkte zu vergeben. „Hier in Brands Hatch konnte ich Tabellenführer Luciano Barceta hinter mir halten. Er hat genau wie ich hier nicht unnötig Meisterschaftspunkte zu verspielen“, resümierte Marcus Pommer. Der Deutsche musste in Brands Hatch mit weit weniger Training aus kommen, als der Rest des Feldes. Gleich 2 mechanische Schäden warfen ihn zwei Mal aus dem Training. So fehlten ihm 30% der Fahrzeit auf der für ihn neuen Strecke. In 8 Tagen bestreitet die Serie bereits die FIA-F2-Meisterschaftsläufe 11 und 12 im Französischen Paul Richard. 9 Punkte bis Platz 4. 19 Zähler bis Platz 2. "Ein paar harte Nüsse die geknackt werden wollen“, so der Deutsche.

Text: HTS

© by Thomas Guthmann | Alle Rechte vorbehalten - All rights reserved | http://www.Stefan-Bellof-Tribute.de