Markus Pommer auf Stefan Bellofs Spuren / Rennen 5 und 6

Im freien Training zeichneten sich keine besonderen Probleme ab. Im Zeittraining waren dann ohne erkennbare Gründe Fahrwerkprobleme da. „Die traten ohne erkennbare Gründe „wie aus dem Nichts“ auf“. So ein Teammitglied.

Markus Pommer (21) gelang zum Auftakt das, was ihm bisher immer prächtig gelang. Er fand sich im Williams-Audi Formel 2 Monoposto am Ring auf Anhieb sehr schnell zurecht. „Ich kannte den Ring, aber im Formel-2 ist das eine andere Kurs wie im leistungsschwächeren Formel-3 Rennwagen zuvor“ so Markus Pommer nachdenklich. „Im zweiten freien Training lag das Auto nicht ganz so perfekt wie im ersten Training", fügte der junge Aufsteiger aus dem Süddeutschen Erlenbach hinzu. Offensichtlich hatte der Wagen einen Schaden erlitten.

Markus Pommer kurz vor dem Start

"Ich kann mir das nicht erklären", so Markus Pommer. Der Junior war über das Wochenende weder von der Strecke geraten oder hatte einen Gegner touchiert. Aber im Zeittraining 1 am Samstag fehlten dem Deutschen, der um einen Platz in Startreihe 1 kämpfen wollte, plötzlich entscheidende Sekundenbruchteile. Der Rennwagen übersteuerte stark. "Die Zeit zwischen Zeittraining und Rennen ist zu kurz um den Williams-Audi zu zerlegen und genau zu untersuchen", resümiert Pommer leicht entnervt. Man versuchte das Problem „auf die Schnelle“ mit einigen geänderten Fahrwerkeinstellungen zu beseitigen. Das gelang nicht ganz und so nahm der Student das erste Rennen aus der 4. Startreihe auf.

"Die Probleme wurden im Rennen schlimmer. "Der Wagen übersteuerte so sehr, das mir am Ende Sekunden auf die Schnellsten im Feld fehlten", erläuterte Pommer nach der Zieldurchfahrt auf Platz 9. Der Wagen mit der Startnummer 27 wurde in der Box komplett zerlegt. Alles was für das mangelhafte Fahrverhalten verantwortlich sein konnte, wurde demontiert, akribisch untersucht, neu eingestellt oder ausgetauscht. Bei solchen gravierenden Arbeiten wird auch stets der Motor ausgebaut. Dabei stellte sich in diesem Falle noch ein Schaden an der Kupplung am Pommer-Williams heraus. "Zum Glück stießen die Techniker auf diesen Schaden. Hätten man das Problem nicht erkannt und repariert, wäre die Kupplung ganz sicher im Rennen 2 des Wochenendes zu Bruch gegangen", so ein Mitglied von Pommers Live-Strip.com-Teams aus Deutschland erleichtert.

Im Zeittraining für Rennen zwei am Sonntag klappte alles prima. "Der Williams-Audi-F2 lag wieder perfekt. Dazu trugen natürlich auch die neuen Reifen bei", unterstrich Markus Pommer. Der Junior konnte so nun erneut das nötige Vertrauen in die Technik aufbauen. "Mal mit alten Reifen und dann wieder mit neuen Reifen zu fahren. Dazwischen technische Probleme. Das alles dämpft immer deutlich", so die Live-Strip-Crew um Markus Pommer. Beim Start zum Rennen am Sonntag brachte ein kurzes Feuer von einem Wettbewerber Unruhe in die Startrunde. Aber das war hinter Markus Pommer. Der konzentrierte sich voll auf die Angriffe seiner Hintermänner Fontana (CH) und Bacheta (GB). Drücken die im richtigen Moment den Power-Knopf für mehr Ladedruck ist man schnell verloren", so Pommer später. Aber der Deutsche wehrte die Angriffe routiniert ab. Natürlich hatte auch sein Vordermann Matheo Tuscher den Deutschen Markus Pommer im Auge. Immer wenn Markus Pommer eine Attacke vorbereitete, dann drückte auch der Schweizer den Power-Knopf.

Markus Pommer in seinem F2

Das Rennen der Williams-Audi-Turboboliden lieferte interessante Kämpfe im Feld. Die Formel-2-Rennen zeigen regelmäßig ausgezeichneten Motorsport. Die Klasse erweist sich als sehr gutes Training für höhere Aufgaben im Automobil-Profisport.
Dem Deutschen Markus Pommer fehlten am Ende ca. 3,5 sec auf Christoph Zanella (CH). Der war 2011 bereits Vizemeister der Formel-2. Man darf ihn in der Klasse damit durchaus wohl als Routinier bezeichnen. Markus Pommer als einziger Deutscher in der Serie war am Ende durchaus nicht mehr "unhappy", so wie noch am Samstag. "Mich haben Samstag Fahrwerkprobleme eingebremst. Schleichen sich solche Dinge ein, so kostet das Rundenzeit und wie im meinem Fall eben am Ende auch den einen oder anderen wichtigen Meisterschaftspunkt", erklärt der Wirtschaftsstudent nach dem Rennen.

In der Tabelle hätte er mit der Erreichung seines Zieles - "Ein Platz auf dem Treppchen" - am Nürburgring Tabellenrang 5 sicher stellen können. Bereits jetzt gehört Pommer zu der Verfolgergruppe des Tabellenführers. Die Fahrer von Platz 2 bis 6 sind jene Fahrer die Luciano Bacheta (GB), dem Mann an der Spitze, noch gefährlich werden können.
Der Schweizer Alex Fontana als Fünfter der Tabelle liegt 4 winzige Pünktchen vor Markus Pommer. "Das ist in Spa (B) zu packen", so der Baden Württemberger am Rennabend nachdenklich. Dort in Belgien auf der legendären Formel-1-Rennstrecke geht es Mitte Juni zu den Rennen 7 und 8 der F2-Serie an den Start. Wenn technisch alles perfekt funktioniert kann Markus Pommer die Zeiten der schnellsten Mitbewerber auf jeder Strecke problemlos mit gehen.

Markus Pommer

Die Formel 2 bereitet junge Fahrer sehr gut für die Aufgaben eines Profifahrers vor. Man muss sich als Fahrer in die Technik voll hinein fühlen. Reifenzustand, Fahrwerk, Motoreinstellungen - nichts darf außer Acht gelassen werden. Alles muss schnell erkannt werden. Markus Pommer ist in der Formel-2 voll angekommen. Sein Name steht bereits in wichtigen Notizbüchern von Teams die auch Profieinsätze bestreiten. Und zwar nicht nur in Deutschland. Und in solchen Notizbüchern zu stehen ist das Ziel Nr.1 eines jeden echten Racers.
Der erste Sieg des schwarzen Williams-Audi-F2 dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Ein junger Deutscher Fahrer auf Bellofs Spuren. Die schwarze Lackierung erinnert stark an jenen Maurer-BMW-F2 von Stefan Bellof.

Text: HTS / Fotos: D. Glöckner

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