DMV Challenge Saisonfinale: Stefan-Bellof-Pokal überreicht durch Georg Bellof

22.10.2009 Die Rennleitung lässt sicherheitshalber 2 Einführungsrunden fahren. Eine gute Entscheidung. Denn ganz vorne knisterte es. Hochspannung im DMV Challenge Feld zum Saisonfinale am Hockenheimring. Jens Hochköpper bei „seinem Wetter“ Pole auf Porsche GT2 gefahren. Pierre von Mentlen, der Schweizer Hersteller des SRM-GT wollte es in Hockenheim ebenfalls wissen. Auch er stand in Reihe 1. Der Vorsprung der Rundenzeit aus dem Training den Hochköpper hatte, war kein Ruhekissen. Das war dem Sauerländer klar. Aber beide wussten wie kampfstark sie im Rennen sein würden.

Serienpromoter Gerd Hoffmann verfolgte den Start zum DMV Saisonfinale gespannt vom Startturm am Ziel. Er hat schon alles erlebt „Beide Frontmänner schossen nebeneinander auf die erste Ecke zu“, so der Manager der DMV-Tourenwagen-Challenge.

Georg Bellof überreicht den Pokal

„Wo ist Jens Hochköpper“, so dann der Streckensprecher Sekunden später. Der Sauerländer fehlte im Bild des Monitors bei Klaus Lambert. Vorne alleine die Farbe Gelb: Pierre von Mentlen donnerte einsam vorne weg. Dahinter die Gruppe Langer, Aeberhard (CH), Dechent und Zink (CH). Der Schweizer „Zinki“ hatte den DMV-Titel im ersten Rennen gewonnen. Nun sollte auch noch der Hockenheim-Pokal her. Und damit sah auch gut aus. Christian Zink führte in der Klasse deutlich vor Ex-Rallye-Ass Jörgen Hansen (DK) und Tobi Paul.
„Das sollte reichen dachte ich da schon“, so Zink später nach dem Rennen spitzbübisch grinsend. Es hatte gereicht. Zurück ins Rennen. Aber wo war Jens Hockköpper. Ein Ausritt nach einer Berührung zwischen dem auf der Innenbahn in Kurve 1 stechenden v. Menteln und dem aussen fahrenden Hochköpper zwang den Sauerländer in den Dreck. Er fing den Porsche gekonnt ab. Aber erst ziemlich am Ende des über 40 Wagen starken Feldes konnte er sich wieder einfädeln. Jens war sauer. Mit einem ganz dicken Hals wird er zunächst seinen Wagen so bewegt haben, das aller Dreck abfiel. Danach wird gecheckt ob alle noch perfekt funktioniert. In Runde 2 ballerte der „Silbergraue“ schon wieder auf Platz 28 am Ziel vorbei. Weitere 10 Plätze waren schnell gut gemacht. Dann aber ging es langsamer voran. Vorne Pierre von Mentlen in seinem SRM-GT relativ sicher unterwegs. Dahinter gab Jürg Aeberhard alles. Und das war viel in Hockenheim. Tony Ring (S), Vulkan-Pilot Ernst Schaible sowie die Tschechischen DMV-Routiniers Martin Skala und Jaromir Stadler mussten an die Box. Vorne wurden auf abtrocknender Strecke Rekordrunden gedreht. Hochköpper kam der Spitze immer näher.
10 Minuten vor Rennende begann der Streckensprecher Hochrechnungen zu machen. Kann Hochköpper noch nach vorne fahren. „Er könnte“, so Lambert. Aber wenn man dran ist, dann muss man ja auch noch vorbei. Wird die dafür nötige Gerade am Ende da sein? In der letzten Runde hatte Hochköpper den gelben SRM-GT im Auge. „Ich war mir klar darüber dass Pierre alles versuchen würde um nicht nur 12 sondern 13 Runden lang bis ins Ziel vorne zu fahren“. Auf der Zufahrt zum Eingang Motodrom passierte es dann. Hochköpper kam vorbei und gewann. Beide hatten dem Rennen eine Stempel der besonderen Art aufgedrückt. Dahinter gaben der Wahlschweizer Christian Zink, Jörg Bernhard und Martin Dechent alles, um über den nötigen Klassenerfolg noch an den Hockenheimpokal zu kommen. Zink behielt die Nase vorne und holte sich im Finallauf auch diesen 4. Titel 2009. Vier Championate zu gewinnen gelang zuvor noch keinem Piloten im UHSport Meisterschaftspaket. „Obermeister“ aber bleibt weiterhin Jörg Bernhard aus Heidelberg. Er gewann in Promoter Hoffmanns seit nunmehr 20 Jahren bestehender Meisterschaftswelt bereits 6 Titel. Martin Dechent gelang es als bester Gastfahrer im Felder der rund 100 angetretenen Piloten abzuschliessen. 5 Fahrer holten Gesamtsieg und 2 Fahrer gewannen erstmals einen Lauf zur DMV-Challenge. Siegerkönig wurde der Schweizer Edy Kamm mit 9 Siegen in 18 Rennen. Er musste sich jedoch mit einer starken aufkommenden Grippe für den Finallauf abmelden. „Der Edy liegt danieder. Er hat ein Medikament nehmen müssen“, so Renningenieur Bruno Schneider aus der Schweiz vor dem Rennen. Klassensiege holten sich Jörg Bernhard, Christian Zink (CH), der immer stärker aufkommende Adrian Maeder (CH), Gastfahrerkönig Martin Dechent, und Jens Hochköpper - wieder mit „full house“, Pole, SR und Sieg.

Im Rahmen der Siegerehrung ließ es sich der Vater das 1985 tödlich verunglückten deutschen Formel 1 Piloten Stefan Bellof, Georg Bellof sen. nicht nehmen, den jüngsten Erfolgspiloten in der Serie zu ehren. Das hat bereits Tradition bei UHSport. 2009 wurden 2 junge Heros geehrt. Der 22jährigen Jürg Aeberhard (CH, Biglen) und den Deutschen Patrick Fechtner aus Bergisch Gladbach. Mit den besten Wünschen für ihren weiteren Weg im Rennsport verband „Papa Bellof“ aber auch den Hinweis „Buben, pass auf euch auf“. Jürg Aeberhard ist der erste Rennfahrer der diesen Ehrenpreis bereits zum 2. Mal zugesprochen bekam. „Das war auf Grund der sehr starken Leistungen im GT2 und später nach einem Unfall in einem GT3 mehr als gerechtfertigt“, so Manager Hoffmann.
(Text und Foto: HTS)

© by Thomas Guthmann | Alle Rechte vorbehalten - All rights reserved | http://www.Stefan-Bellof-Tribute.de